Diese typischen Grabbeltische von damals vermisse ich auch irgendwie. Vor allem waren da doch manchmal ein paar positive Überraschungen dabei.

Dass es mal eine Myst-Collection gab, wusste ich gar nicht, aber das wird daran liegen, dass ich mir damals Myst für den PC gekauft habe und ich es einfach nicht zum Laufen bekommen habe. Dann habe ich es mir in technisch schlechterer Umsetzung für die PS1 gekauft.
Ob dir Myst und Riven gefielen - keine Ahnung. Ich würde dir aber tatsächlich eher dann die Originalversionen empfehlen, die sich für mich runder und intensiver anfühlen - vor allem gemessen an ihrem Alter.
Ich bin jetzt auch nach 8 Std. 35 Min. mit dem Remake von
Riven durch.
Da klappte die Überarbeitung wesentlich besser, wenn auch nicht perfekt. Dennoch gefällt mir das Originalspiel viel besser, weil man im Remake ein paar grobe Fehler gemacht hat, um Leute, die das Orignalspiel absichtlich zu ärgern.
Erst einmal fällt wieder auf: Man hat alle Schauspieler durch animierte Charaktere ersetzt. Das klappt nur so halb, weil die Mimik einfach unterirdisch ist und daher leider, leider die Ernsthaftigkeit der Handlung untergräbt. Mich hat keine der Zwischensequenzen so fasziniert wie deren Realfassungen.
Dann gibt es recht zu Beginn eine Kette von Handlungen, die man wie im Originalspiel machen kann. Darunter auch ein Schalter, der früher zu betätigen war, aber in diesem neuen Riven keine Funktion mehr hat. Ich empfand es da als total doof, dass man ihn trotzdem da reingenommen hat, nur um die Spielern deutlich zu sagen: "Seht her, wir haben was Neues gemacht.". Das kratzt nämlich an dem logischen Aufbau der ganzen Insel, den es im Originalspiel noch gab. Am Schlimmsten waren aber zwei Dinge: Ebenfalls noch recht zu Beginn kann man ein Stromventil betätigen. Irgendein Entwickler fand es da auch wieder total witzig, den Altspieler noch mal zu ärgern. Im originalen Riven absolut nötig zu betätigen, ist dieser Schalter dieses Mal eine Falle und ich sprenge damit versehentlich eine marode Brückenverbindung zwischen Insel 1 und 3... Warum mich das so ärgert, kommt gleich noch.
Und dann gibt es noch die absolut unlogische Tatsache, dass man nun viel einfacher zur Privatzuflucht des Fieslings Gehns reisen kann. Wie vorher auch muss man dafür auf komplizierte Weise das Kraftwerk in Betrieb nehmen, um das Verbindungsbuch zu aktivieren. Im Originalspiel ist das Verbindungsbuch zu seinem Reich unter den rotierenden Kuppeln verborgen, die ihrerseits einen Geheimcode benötigen. Im neuen Riven liegt das Verbindungsbuch nun nach Aktivierung einfach so herum. Macht natürlich Sinn, wo Gehn doch von den Rebellen gejagt wird, sein Buch einfach rumliegen zu lassen...

Die Dome von vorher gibt es natürlich dennoch: Waren sie vorher noch Hüter seines Geheimbuches, sind sie jetzt schnellere Verbindungen zwischen den Inseln. Waren sie vorher zwar auch, aber da lagen die Bücher zu den Inseln in Gehns Geheimlabor. Das entfällt. Nun landet man in einem Sternenraum, indem man erst auf umständliche Weise eine Rampe 360° rotieren muss, um den Zugang zu bekommen. Das wird so erschwert, dass ich am Ende schneller über die gesamte Insel geschlurft bin, als dass ich die vermeintlichen Schnellreisen nutzen kann. Und da kommen wir zurück zur gesprengten Brücke: Stehe ich also auf Insel 3 und will zur 1 zurück, muss ich genüsslich über sämtliche 4 Inseln schlurfen und die Fahrzeuge zwischen den Inseln nutzen, nur weil sich irgendein Depp von Entwickler überlegt hat, dass es lustig wäre, wenn man als Stammspieler die Brücke versehentlich sprengt, weil man ja meint, bereits alle Abläufe zu kennen. Das hat mich furchtbar genervt, gerade weil Riven vom Gesamtaufbau doch etwas anders ist und neue Rätsel bietet, die meinerseits neue Erkundungen erfordern.
Da kommen wir auch zu den positiven Aspekten. Grafisch ist das Ganze natürlich wieder mega! Wie auch in Myst, hat man das gesamte Spiel vollständig neu aufgebaut und es dabei in eine neue grafische Dimension gehievt. Anders als bei Myst hat sich das hier für mich auch deutlich intensiver angefühlt. Das mag daran liegen, weil Riven sowieso immer schon eine (auseinandergebrochene) riesige Insel war und daher eine zusammenhängende Umgebung bietet. Das schafft eine ganz eigene Form von Lebendigkeit und Realität. Hat richtig Spaß gemacht, die Insel zu erkunden, aber nervt auch irgendwann, weil man recht gemächlich unterwegs ist und wenn man nicht weiterkommt, dann muss man eben viel erkunden und das zieht sich dann.
Den Spielaufbau hat man vollständig umgekrempelt und sogar leicht verbessert. Im Originalspiel kommt man direkt zu Anfang schon problemlos auf die Hauptinsel und im Prinzip auch schon direkt zum Geheimzugang der Rebellen inkl. ihres Codes. Das ist jetzt erst zum Finale hin möglich, was viel mehr Sinn macht. Das Remake ist linearer aufgebaut, sodass man zunächst Gehns wahren Charakter kennenlernt, dann den Zugang zu den Rebellen erarbeitet und dann auf Gehn selbst trifft. Rein handlungstechnisch funktioniert das so einfach besser. Was ich auch beeindruckend fand: Man hat das Spiel umstrukturieren können, obwohl alles fast identisch aussieht und auch Tagebuchtexte fast unverändert sind. Da hat man sich echt viele Gedanken gemacht, wie man die Handlungskette und den Spannungsbogen verbessern kann. Das funktioniert voll und ganz. Kleine Ergänzungen gibt es dennoch und das Dorf der Einwohner ist nun größer und kann weitläufiger erkundet werden. Selbst die Insel der Rebellen darf erstmals selbst erkundet werden. Da gibt es also so manche Verbesserung zum Original, aber insgesamt hatte ich mir auch hier mehr von versprochen. Jede der Ergänzungen ist reiner Fanservice, aber kein Mehrwert für die Handlung. Das ist etwas schade.
Die Rätsel wurden auch teilweise angepasst. Vor allem das große Haupträtsel wurde stark vereinfacht. Das hatte ich im Original jahrelang selbst mit Lösungshilfe nicht verstanden.

Jetzt sollte Riven insgesamt spielbarer für jeden sein, aber halt die Laufwege nerven irgendwann.
Ich würde also zugunsten der flüssigen Spielbarkeit und der echten Schauspieler wohl nächstes Mal wieder zum Original greifen.
Frodo lag mit dem Kopf in Sams Schoß, tief im Schlaf versunken; auf seiner weißen Stirn lag eine von Sams braunen Händen, und die andere ruhte leicht auf seiner Schulter. In ihren Gesichtern stand Friede.
Gollum betrachtete sie. Ein seltsamer Ausdruck zog über sein ausgemergeltes Gesicht. Das Flackern schwand aus seinen Augen, und sie wurden trüb und grau, alt und müde.