Secrets of Da Vinci habe ich seinerzeit auch gerne gespielt und ich erinnere mich noch, dass es von Story und überhaupt sehr schön gemacht war. Vielleicht wird der Zukunfts-André es irgendwann noch einmal spielen, aber bislang drücke ich mich vermutlich nicht zuletzt wegen der ganzen Rätsel.
Ich glaube, Evil Days of Luckless John war ja schon mal Thema. Es sieht ja schon thrashig aus, aber und ich fand den Genre-Mix auch ganz erfrischend, bis es kurz vor Spielende für mich nicht mehr weiter ging.
Apropos thrashig: Ich habe jetzt vor zwei Tagen kurz vor dem zu Bett gehen noch schnell ein Notspiel rausgesucht, welches ich mir vor einiger Zeit für sehr wenig Geld zugelegt habe:
Eve Williams and the Secret of the Trunk.
Grafisch werden Erinnerungen an das Erotik-Adventure Lula 3D wach, welches sich ja unerwarterweise letztendlich als irgendwie ziemlich ordentliches Adventure herausgestellt hat, welches gar nicht mal so schlecht war, besonders wenn man alles, aber kein richtiges Adventure erwartet.
Jetzt bei Eve Williams sieht es da ähnlich aus. Zunächst einmal hat sich bei mir der Floh in den Kopf gesetzt, bei Eve Williams habe man sich nicht zuletzt wegen der Cyberpunk-Optik allgemein und im speziellen der Hauptdarstellerin und der Namenüberschneidung an der vor langer Zeit verstorbenen Sängerin Wendy o Williams von den Plasmatics orientiert. Aber ich habe absolut keine Infos dazu gefunden, also habe ich da wohl falsch gedacht.
Desweiteren rennen sowohl die Hauptdartellerin als auch eine weitere spielrelevante Dame im heißesten Erotik-Outfit durchs Spiel. Während die Männer sehr oft übernatürlich muskelbepackt oder zumindest sehr durchtrainiert dargestellt werden. Eve Williams ist aber wählerisch, dennoch bahnt sich nach kürzester Spielzeit schon an, dass sie - und da spoilere ich noch nicht so richtig - sowohl auf den Tankwart als auch auf die Mitsteiterin scharf ist, mit der sie aber erst etwas anfangen möchte, wenn sich die Wogen etwas geglättet haben. Alles zu seiner Zeit.

Man kann durch seine Antwortmöglichkeiten beeinflussen, wie es im Spiel weiter geht, vermutlich auch, was die südlichen Regionen des Körpers anbelangt.

Und ich gebe freimütig zu, dass ich mit einer Antwortmöglichkeit ein näheres Kennenlernen der beiden Damen ...äh... forcierst habe. Man will ja auch wissen, wie es weitergeht.
Wenn man da auf den ersten Blick an männliche Sexphantasieen des Herstellers denkt, liegt damit aber falsch. Das Spiel wurde mehr oder weniger komplett von einer Vertreterin des weiblichen Geschlechts erstellt. Zum anderen ist Eve Williams aber auch nicht für jeden zu haben, sondern zeigt schmierigen Typen, die ihr eindeutige Angebote machen, Grenzen und weiß, was sie will. Von daher kann man es durch als Spiel auch mit einem feministischen Ansatz sehen. Zumindest soweit, wie ich es gespielt habe.
Nichtsdestotrotz fand ich, dass die stark sexualisierte Art und Optik sowohl der männlichen als auch der weiblichen Darsteller wohl Geschmackssache ist.
Aber zum Spiel selber: Es ist eine Mischung aus Adventure und Visual Novel (so nennt sich das glaube ich. Sprich: Es wird ziemlich viel gequatscht und es spielt sich sonst wie ein normales Adventure. Allerdings - und jetzt kommt der Haken - gibt es immer wieder zwischendurch einige - ich glaube man nennt sie - Quicktime-Elemente. Das macht mir generell schon nur wenig Spass, wenn man nie weiß, ob man ihnen gewachsen ist und wo das nächste Quicktime-Event wartet. Und tatsächlich kam dann irgendwann eine Stelle, an der man gefesselt an einem Stuhl ist und das habe ich auch gestern Abend nicht geschafft. Ich weiß noch nicht, ob ich mich heute noch einmal dran wagen soll. Aber selbst wenn ich es schaffen sollte, wird das Spiel diesbezüglich vermutlich nicht unbedingt einfacher werden. Und dann habe ich auch ehrlich gesagt keinen Bock mehr drauf.
Bleibt noch anzumerken, dass Story, Rätsel und Grafik besonders für so ein Alleingangspiel ordentlich sind und das Spiel sonst vermutlich durchaus Spass gemacht hat. Ach, ja, und noch was, es ist auf der anderen Seite manchmal relativ brutal, was generell nicht so meins ist.