Beitragvon Sauron » 15. Jan 2026, 21:44
Das hat ganz schön gedauert. Mit 15 Std. 20 Min. lief gerade der Abspann von Stasis - Bone Totem.
Das Spiel lässt sich eigentlich nur durch die isometrische Ansicht und den übergeordneten Konzern mit den anderen Spielen vergleichen. Ansonsten erzählt es eine ganz eigene Geschichte und vom Stil her auch völlig anders.
Auffallend ist nämlich genau dieser Punkt: Das Spiel erzählt eine richtige Geschichte mit einer durchaus komplexen Handlung. Diese wird dieses Mal durch Dialoge weitergetrieben. Vor- und Nachteil zugleich, denn es gibt ständig Dialoge, die auch erklingen, während man sich bewegt. Das führt aber dazu, dass die bisherige Horroratmosphäre gar nicht mehr zündet. Während Stasis noch beklemmend gruselig war, obwohl man nicht alle Objekte wegen der Isoansicht sehen konnte, entfällt dieses Alleinsein hier nun. Die drei spielbaren Charaktere geben mir als Spieler einfach Sicherheit, ebenso wie vielen Dialoge. Was bleibt, ist ein Spiel mit immer noch viel zu kleinen Objekten, aber ohne Grusel. Es ist so viel mehr ein ganz normales Adventure.
Leider aber versucht das Spiel künstlich gruselig zu sein, aber das geht voll in die Hose und hat mich ohne Ende genervt. Fast jedes Bild ist künstlich abgedunkelt. Man bewegt sich ganz oft mit Stirnlampe durch die Welt. Außerdem lichtet sich die Umgebung kurz auf, wenn man mit der Maus darüberfährt. Man muss also jede Ansicht mühsam abtasten, damit man alles sehen kann oder aber viel umherlaufen. Durch die isometrische Ansicht sieht man sowieso kaum was - jetzt also noch weniger. Ich kann diese Designentscheidung nicht verstehen. Der erste Teil lebte von seiner Atmosphäre. Die hat man hier völlig zerstört. Und wenn es einen so gewaltig nervt, dann kann man noch die Hilfefunktion verwenden. Damit bekommt man alle Hotspots angezeigt. Was praktisch klingt, ist hier auch total nervig, denn es wird ein Netz vom Charakter ausgehend gespannt mit leuchtenden Linien zum entspechenden Hotspots. Die dominieren dadurch aber den Bildschirm komplett, weil es sehr viele Hotspots gibt. So zerstört man noch mehr vom ohnehin kaum zu erkennenden Leveldesign.
Diese Punkte waren auch der Grund, warum ich mich nicht lange mit den Rätseln aufgehalten habe. Sobald ich nicht weiterkam, habe ich nachgesehen. So blieb mir immerhin die spannend erzählte Handlung.
Die Rätsel erschienen mir aber allesamt lösbar und logisch, wenn ich etwas Zeit darauf hätte verwenden wollen. Dann wären sicher noch ein paar Stunden dazugekommen.
Geschickt kombiniert hatte man die drei Charaktere, die man fast das gesamte Spiel über immer wieder wechseln muss. Zwei von ihnen haben exklusive Eigenschaften und man muss immer wieder durchwechseln, um in der Handlun weiterzukommen. Da passt der Spielaufbau auch voll und ganz. Man stößt auf recht logische Weise auf Gegenstände, die der jeweils andere braucht. Das ist alles echt gut ins Spielgeschehen eingebettet. Manchmal war ich zwar etwas überfordert, weil nicht alles sofort gemacht werden kann. So hat man irgendwann mit allen drei Charakteren unerledigte Aufgaben, die man immer wieder im Kopf behalten muss. Insgesamt war aber der Spielaufbau das beste am Spiel. Das war wirklich ganz geschickt überlegt.
Schön waren auch die sehr zahlreichen Zwischensequenzen, die etwas über die isometrische Winzgrafik hinwegtrösten. Gleichzeitig wird man dann wieder leicht sauer, wenn man die Monster und Level in besserer Ansicht sieht. Was könnte das für eine schöne Atmosphäre sein...
Das Thema gefiel mir auch mit einer Mischung aus SciFi, Mythologie und Unterwasserabenteuer. Das Spiel erinnerte ziemlich an eine Mischung aus Alien und The Abyss. Noch einmal spielen muss ich es aber auch nicht - alleine durch das total doofe Leveldesign. Ich war richtig enttäuscht, als ich nach der ersten Stunde einen Generator in Betrieb nahm, aber die Lichter in den Ansichten dennoch ausblieben... Insgesamt gefiel mir dadurch Teil 1 am besten. Der hatte die stimmigste Atmosphäre.
Frodo lag mit dem Kopf in Sams Schoß, tief im Schlaf versunken; auf seiner weißen Stirn lag eine von Sams braunen Händen, und die andere ruhte leicht auf seiner Schulter. In ihren Gesichtern stand Friede.
Gollum betrachtete sie. Ein seltsamer Ausdruck zog über sein ausgemergeltes Gesicht. Das Flackern schwand aus seinen Augen, und sie wurden trüb und grau, alt und müde.